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Bin ich spielsüchtig? Der Selbsttest mit 9 Fragen

Bin ich spielsüchtig? Der Selbsttest mit 9 Fragen

Wenn du diese Seite gefunden hast, stellst du dir die Frage vermutlich nicht zum ersten Mal. Vielleicht kam sie nach einer langen Nacht oder nach einem Blick aufs Konto. Dieser Spielsucht-Selbsttest dauert drei Minuten, ist anonym und speichert nichts.

Ein Hinweis vorab, damit du weißt, woran du bist: Dieser Test ist eine Orientierungshilfe, und eine Diagnose kann nur eine Fachperson stellen. Die 9 Fragen unten folgen den Kriterien, mit denen auch Fachleute eine Glücksspielstörung beurteilen. Sie stammen aus dem DSM-5, dem Diagnosehandbuch der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft. Der Test zeigt dir, wo du stehst, und für jedes Ergebnis findest du weiter unten einen konkreten nächsten Schritt.

Das Kurz-Screening: 2 Fragen vorab

Bevor du den ganzen Test machst, lohnt sich ein wissenschaftlich geprüftes Screening mit nur zwei Fragen. Das Lie/Bet-Questionnaire wurde 1997 von Johnson und Kollegen entwickelt, weil Beratungsstellen ein Werkzeug brauchten, das in einer Minute funktioniert. In der Validierungsstudie erkannte es 99 von 100 Betroffenen richtig.

  1. Hast du jemals das Bedürfnis verspürt, immer mehr Geld einzusetzen?
  2. Hast du jemals Menschen, die dir wichtig sind, über das Ausmaß deines Spielens angelogen?

Schon ein einziges Ja gilt als auffälliges Screening-Ergebnis. Ein auffälliges Screening ist noch keine Diagnose, es zeigt nur, dass sich der ausführliche Test für dich lohnt.

Der Spielsucht-Test: 9 Fragen

Beantworte jede Frage mit Ja oder Nein. Niemand liest mit, deine Antworten werden weder gespeichert noch übertragen. Bezugszeitraum sind die letzten 12 Monate, genau wie in der klinischen Diagnostik.

  1. Musst du mit immer höheren Beträgen spielen oder wetten, um dieselbe Spannung zu spüren?
  2. Bist du unruhig oder gereizt, wenn du versuchst, weniger zu spielen oder aufzuhören?
  3. Hast du schon mehrmals erfolglos versucht, dein Spielen einzuschränken oder zu beenden?
  4. Denkst du oft ans Spielen: an vergangene Wetten, den nächsten Einsatz, an Wege, Geld dafür zu beschaffen?
  5. Spielst du häufig, wenn du dich schlecht fühlst: gestresst, ängstlich, niedergeschlagen?
  6. Kehrst du nach Verlusten zurück, um sie „zurückzuholen"?
  7. Belügst du andere über das Ausmaß deines Spielens?
  8. Hast du wegen des Spielens eine Beziehung, einen Job oder eine wichtige Chance gefährdet oder verloren?
  9. Hast du dich auf Geld von anderen verlassen, um Spielverluste auszugleichen oder finanzielle Löcher zu stopfen?

Zähl jetzt deine Ja-Antworten zusammen. Eine Anmerkung zu Frage 2: Unruhe und Gereiztheit beim Reduzieren sind echte Entzugserscheinungen, die es bei Glücksspiel ähnlich gibt wie bei Substanzen. Was dabei im Körper passiert und wie lange es dauert, steht im Artikel über Entzugserscheinungen bei Spielsucht.

Dein Ergebnis auf einen Blick

In der klinischen Diagnostik gilt: Ab 4 erfüllten Kriterien innerhalb von 12 Monaten spricht man von einer Glücksspielstörung. Der Schweregrad richtet sich nach der Anzahl:

  • 0 Ja-Antworten: Aktuell keine Anzeichen für problematisches Spielen.
  • 1–3 Ja-Antworten: Riskantes Spielverhalten, unterhalb der klinischen Schwelle, aber ein Warnsignal.
  • 4–5 Ja-Antworten: Hinweis auf eine Glücksspielstörung, Schweregrad leicht.
  • 6–7 Ja-Antworten: Hinweis auf eine Glücksspielstörung, Schweregrad mittel.
  • 8–9 Ja-Antworten: Hinweis auf eine Glücksspielstörung, Schweregrad schwer.

Im Einzelnen heißt das:

0 Ja: Es gibt aktuell wenig Anlass zur Sorge. Wenn dich dein Spielverhalten trotzdem beschäftigt, wiederhole den Test in ein paar Monaten. Liest du für jemand anderen mit, findest du im Angehörigen-Ratgeber den passenden Einstieg.

1–3 Ja: Dein Spielen zeigt Risikomuster, auch wenn die klinische Schwelle nicht erreicht ist. In dieser Phase ist Gegensteuern am leichtesten, weil Schulden und Konflikte im Umfeld meist noch überschaubar sind. Viele warten trotzdem ab, weil sich das Spielen noch kontrollierbar anfühlt. Sinnvoller ist es, jetzt die ersten Schutzmaßnahmen aus dem nächsten Abschnitt einzurichten.

4–5 Ja (leicht): Die Kriterien einer Glücksspielstörung sind rechnerisch erfüllt, wenn auch im leichteren Bereich. „Leicht" bezieht sich dabei allein auf die Anzahl der erfüllten Kriterien. Für dich heißt das Ergebnis: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Beratung und Zugangsbarrieren, weil beides in diesem Stadium besonders gut wirkt. Ein Gespräch mit einer Glücksspiel-Beratung kostet nichts und bleibt anonym; wie du sie erreichst, steht im nächsten Abschnitt.

6–7 Ja (mittel) und 8–9 Ja (schwer): In diesem Bereich hat das Spielen sehr wahrscheinlich schon konkrete Schäden verursacht, finanziell oder in deinen Beziehungen. Eine Glücksspielstörung ist als Erkrankung anerkannt und behandelbar. Zur Einordnung: Rund 386.000 Menschen haben in Deutschland aktuell eine aktive OASIS-Spielersperre (Stand Mai 2026, Regierungspräsidium Darmstadt), so viele wie nie zuvor. Der wichtigste nächste Schritt ist ein Beratungsgespräch, und wie du kostenlos an eines kommst, steht direkt unter diesem Absatz.

Was du jetzt tun kannst

Mit einer Beratung sprechen (ab 4 Ja dringend, ab 1 Ja sinnvoll): In Deutschland gibt es telefonische Glücksspiel-Beratungen, die kostenlos und anonym arbeiten. Wenn du lieber schreibst, nutzt du die Online-Beratung auf check-dein-spiel.de. Die Beraterinnen und Berater dort arbeiten täglich mit Testergebnissen wie deinem und vermitteln bei Bedarf an eine Beratungsstelle in deiner Nähe.

Den Zugang erschweren (ab 1 Ja): In einem schwachen Moment, oft nachts, ist eine gelöschte Wett-App in rund 40 Sekunden neu installiert. Barrieren baust du deshalb am besten auf, solange du klar denkst. Die OASIS-Selbstsperre schließt dich von allen legalen deutschen Anbietern aus; hier steht die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Auf dem iPhone kannst du zusätzlich Wett-Apps und Casino-Seiten direkt am Gerät sperren, entweder manuell über die Bordmittel oder mit BETTR OFF. Die App blockiert über 300.000 Glücksspiel-Seiten und hat einen Löschschutz für genau die Momente, in denen du den Schutz selbst wieder entfernen willst.

Einen Menschen einweihen (ab 4 Ja): Erzähl einer Person, der du vertraust, von deinem Testergebnis. Das senkt die Hürde für alle weiteren Schritte, vom Beratungstermin bis zur Sperre. Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, hilft der Ratgeber für Angehörige auch in deine Richtung: Er zeigt, was du dir von deinem Umfeld wünschen darfst.

FAQ

Ist dieser Spielsucht-Test eine Diagnose? Nein. Der Test orientiert sich an den 9 DSM-5-Kriterien für eine Glücksspielstörung, ersetzt aber keine fachliche Beurteilung. Eine Diagnose kann eine Ärztin oder ein Psychotherapeut stellen, und eine Suchtberatungsstelle vermittelt dich bei Bedarf dorthin. Der Test zeigt dir, ob es gute Gründe für diesen Weg gibt.

Ab wie vielen Ja-Antworten gilt man als spielsüchtig? In der klinischen Diagnostik spricht man ab 4 erfüllten Kriterien innerhalb von 12 Monaten von einer Glücksspielstörung. Der Schweregrad steigt mit der Anzahl: 4–5 Kriterien gelten als leicht, 6–7 als mittel, 8–9 als schwer. Für ein erstes Warnsignal reicht schon deutlich weniger.

Ich habe viele Ja-Antworten, fühle mich aber nicht süchtig. Kann das sein? Ja, das ist sogar typisch, denn Verharmlosung gehört zum Muster der Erkrankung. Entscheidend ist nicht, ob du dich süchtig fühlst, sondern ob das Spielen dir oder anderen schadet und du es trotzdem nicht lassen kannst. Nimm im Zweifel das Testergebnis ernster als das Gefühl.

Zählen Sportwetten überhaupt als Glücksspiel? Ja. Online-Sportwetten gehören zu den Formen mit besonders hohem Suchtrisiko, gerade bei jungen Männern. „Ich analysiere ja nur Fußball" ist ein verbreiteter Einwand, doch das Fachwissen ändert an der Grundmechanik wenig: Auf Verluste folgt der Drang, sie mit neuen Einsätzen zurückzuholen.


Dieser Selbsttest dient der Orientierung und ersetzt keine Diagnose. BETTR OFF unterstützt deine Recovery, ersetzt aber keine professionelle medizinische oder psychologische Behandlung. Wenn es dir akut schlecht geht, wende dich an eine Beratungsstelle (kostenlos und anonym) oder an eine ärztliche Anlaufstelle.

Philipp Längle

Gründer von BETTR OFF

Er entwickelt Schutz-Werkzeuge gegen Glücksspielsucht und arbeitet dafür mit Betroffenen und Angehörigen zusammen.

Dieser Artikel informiert und ersetzt keine medizinische oder psychologische Beratung.

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